Autorin: Dr. med. Eva Lachmann, Fachärztin für Augenheilkunde und Mitgründerin von Eye Refine Medical Aesthetics
Müde, abgespannt oder älter aussehen, obwohl man sich eigentlich gar nicht so fühlt: Häufig liegt es an Veränderungen rund um die Augen. Dabei werden Begriffe wie Augenringe, Tränenrinne und Tränensäcke oft synonym verwendet – tatsächlich können dahinter jedoch sehr unterschiedliche anatomische Ursachen stecken.
Und genau diese Unterscheidung ist entscheidend.
Denn eine dunkle Verfärbung unter den Augen benötigt möglicherweise eine völlig andere Behandlung als eine ausgeprägte Tränenrinne oder hervortretende Tränensäcke. Es gibt deshalb nicht die eine Behandlung gegen Augenringe.
Entscheidend ist zunächst die Frage:
Was verursacht den müden oder abgespannten Ausdruck?
Augenringe sind nicht gleich Augenringe
Was umgangssprachlich als „Augenringe“ bezeichnet wird, kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise:
- eine genetisch bedingte oder erworbene Pigmentierung
- sehr dünne Haut und durchscheinende Gefäße
- eine ausgeprägte Tränenrinne und dadurch entstehende Schatten
- altersbedingter Volumenverlust
- Veränderungen der Hautstruktur
- hervortretendes Fettgewebe am Unterlid
- Schwellungen oder Flüssigkeitseinlagerungen
- eine Kombination mehrerer Faktoren
Gerade deshalb sollte die Behandlung nicht allein danach ausgewählt werden, was unter den Augen äußerlich dunkel oder müde aussieht.
Eine sorgfältige Analyse der Augenregion bildet die Grundlage für ein individuelles Behandlungskonzept.
Was sind dunkle Augenringe?
Dunkle Augenringe zeigen sich als bräunliche, bläuliche, violette oder gräuliche Verfärbung beziehungsweise als dunkler Gesamteindruck unterhalb der Augen.
Die Ursache kann direkt in der Haut liegen. Bei sehr dünner Haut können beispielsweise Gefäße und darunterliegende Strukturen stärker sichtbar werden. Auch Pigmentierungen können die Augenregion dunkler erscheinen lassen.
In anderen Fällen entsteht der Eindruck dunkler Augenringe jedoch hauptsächlich durch Schatten.
Eine Vertiefung unterhalb des Unterlids kann abhängig vom Lichteinfall einen deutlichen Schatten erzeugen. Die Haut selbst muss dabei gar nicht wesentlich dunkler sein.
Das ist einer der Gründe, warum die genaue Unterscheidung vor einer Behandlung so wichtig ist.
Was ist die Tränenrinne?
Die Tränenrinne ist eine Vertiefung, die sich vom inneren Augenwinkel entlang des Übergangs zwischen Unterlid und Wange erstrecken kann.
Bei manchen Menschen ist sie bereits in jungen Jahren anatomisch ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter kann sie durch Veränderungen von Haut, Fettgewebe, Knochen und Volumen deutlicher sichtbar werden.
Durch die Vertiefung entsteht häufig ein Schatten.
Das Gesicht kann dadurch müde oder erschöpft wirken – selbst nach ausreichend Schlaf.
Eine ausgeprägte Tränenrinne wird deshalb häufig als „Augenring“ wahrgenommen, obwohl nicht primär eine Verfärbung der Haut vorliegt.
Was sind Tränensäcke?
Tränensäcke sind wiederum etwas anderes.
Dabei handelt es sich typischerweise um eine sichtbare Vorwölbung im Bereich des Unterlids. Unter anderem können Veränderungen des Gewebes und hervortretende Fettkompartimente dazu beitragen.
Der entscheidende Unterschied zur Tränenrinne:
Die Tränenrinne ist eine Vertiefung – der Tränensack eine Vorwölbung.
Beides kann gleichzeitig auftreten.
Gerade die Kombination aus einer Vorwölbung des Unterlids und einer darunterliegenden Vertiefung kann starke Licht-Schatten-Kontraste erzeugen. Dadurch erscheint die gesamte Augenregion deutlich unruhiger oder müder.
Und was sind Malar Bags?
Nicht jede Schwellung unterhalb des Auges ist ein klassischer Tränensack.
Sogenannte Malar Bags beziehungsweise Schwellungen im Bereich des Übergangs zur Wange liegen weiter unterhalb als klassische Tränensäcke und können andere anatomische Ursachen haben.
Auch hier ist die korrekte Einordnung entscheidend, da sich nicht jede Schwellung mit denselben Methoden sinnvoll behandeln lässt.
Augenringe, Tränenrinne oder Tränensäcke: Wie erkennt man den Unterschied?
Vereinfacht lassen sich die Befunde folgendermaßen voneinander abgrenzen:
Dunkle Augenringe:
Verfärbungen oder ein dunkler Gesamteindruck unterhalb der Augen.
Tränenrinne:
Eine Vertiefung zwischen Unterlid und Wange, die Schatten verursachen kann.
Tränensäcke:
Eine sichtbare Vorwölbung des Unterlids.
Malar Bags:
Schwellungen beziehungsweise Vorwölbungen weiter unterhalb des klassischen Unterlidbereichs.
In der Realität treten diese Veränderungen allerdings häufig gemeinsam auf.
Genau deshalb sollte nicht nur ein einzelnes Symptom betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel der gesamten Augenregion.
Welche Behandlung eignet sich bei welchem Befund?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Je nach Ausgangsbefund können unterschiedliche minimal-invasive, regenerative oder apparative Verfahren infrage kommen.
Bei Eye Refine stehen hierfür unter anderem Behandlungen mit Polynukleotiden, PRP, Hyaluron-Fillern, Biostimulatoren, CO₂-Laser und Radiofrequenz-Microneedling mit Agnes zur Verfügung.
Die Auswahl richtet sich nach der individuellen Anatomie, Hautqualität und vor allem nach der Ursache der sichtbaren Veränderung.
Polynukleotide bei dünner Haut unter den Augen
Polynukleotide für die Augenregion werden insbesondere zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt.
Sie können deshalb interessant sein, wenn die Haut unter den Augen sehr fein, dünn oder strukturell verändert erscheint.
Im Gegensatz zu einem klassischen Filler steht dabei nicht das Auffüllen einer Vertiefung im Vordergrund. Polynukleotide verfolgen einen regenerativen Behandlungsansatz und können die Qualität des Gewebes unterstützen.
PRP zur regenerativen Behandlung der Augenregion
Auch PRP für die Augenregion verfolgt einen regenerativen Ansatz. Bei der Behandlung wird körpereigenes plättchenreiches Plasma verwendet.
Im Mittelpunkt steht nicht die klassische Volumengabe, sondern die Unterstützung regenerativer Prozesse und der Hautqualität.
PRP kann daher Teil eines Behandlungskonzeptes sein, wenn Hautstruktur und Hautqualität wesentlich zum Erscheinungsbild der Augenregion beitragen.
Hyaluron bei einer ausgeprägten Tränenrinne
Bei geeigneter Anatomie kann Hyaluron zur Behandlung der Tränenrinne eingesetzt werden, um bestimmte Volumendefizite beziehungsweise Vertiefungen auszugleichen.
Die Augenregion gehört allerdings zu den besonders anspruchsvollen Bereichen einer Fillerbehandlung.
Nicht jede Tränenrinne sollte automatisch unterspritzt werden.
Bestehen beispielsweise gleichzeitig ausgeprägte Schwellungen oder bestimmte anatomische Voraussetzungen, können andere Behandlungsansätze geeigneter sein.
Gerade deshalb ist eine genaue Beurteilung der gesamten Unterlidregion vor einer Behandlung wichtig.
CO₂-Laser bei Fältchen und Veränderungen der Hautstruktur
Ein fraktionierter CO₂-Laser kann eingesetzt werden, um die Hauterneuerung anzuregen und die Hautstruktur rund um die Augen zu verbessern.
Je nach Befund kann eine Laserbehandlung insbesondere bei feinen Fältchen, nachlassender Hautqualität und einem gewissen Hautüberschuss interessant sein.
Bei Eye Refine wird der CO₂-Laser unter anderem zur Unterlidstraffung ohne OP und zur Behandlung der Haut rund um die Augen eingesetzt.
Radiofrequenz-Microneedling mit Agnes
Beim Radiofrequenz-Microneedling mit Agnes wird Radiofrequenzenergie kontrolliert über feine Nadeln in definierte Gewebeschichten eingebracht.
Je nach Ausgangsbefund kann Agnes RF unter anderem bei bestimmten Veränderungen im Bereich des Unterlids eingesetzt werden.
Auch hier entscheidet die genaue anatomische Situation darüber, ob die Methode geeignet ist und welches Behandlungsziel realistisch erreicht werden kann.
Warum Kombinationen häufig sinnvoller sind als eine einzelne Behandlung
Die Alterung der Augenregion betrifft selten nur eine Struktur.
Hautqualität, Volumen, Fettgewebe, Muskulatur und anatomische Übergänge beeinflussen gemeinsam, wie frisch oder müde die Augen wirken.
Deshalb kann es sinnvoll sein, verschiedene Behandlungsansätze miteinander zu kombinieren.
Eine Vertiefung kann beispielsweise eine andere Behandlung benötigen als die darüberliegende dünne oder strukturveränderte Haut.
Statt möglichst viele Veränderungen mit einer einzigen Methode behandeln zu wollen, sollte deshalb zunächst geklärt werden:
Welche Struktur ist für welchen sichtbaren Effekt verantwortlich?
Erst daraus ergibt sich ein sinnvolles individuelles Behandlungskonzept.
Warum die Augenregion besondere Erfahrung erfordert
Die Augenregion gehört anatomisch zu den komplexesten Bereichen des Gesichts.
Haut, Muskulatur, Fettkompartimente, Gefäße und knöcherne Strukturen liegen auf engem Raum zusammen. Gleichzeitig können bereits kleine Veränderungen einen großen Einfluss auf den Gesichtsausdruck haben.
Eye Refine Medical Aesthetics hat deshalb einen besonderen Schwerpunkt auf die minimal-invasive und apparative Ästhetik rund um die Augen gelegt.
Die Behandlungen werden von Fachärzten durchgeführt. Die augenärztliche Expertise ermöglicht dabei einen besonders differenzierten Blick auf die komplexe Anatomie der Augenregion.
Ziel ist nicht, einen Menschen anders aussehen zu lassen.
Vielmehr soll zunächst verstanden werden, wodurch ein müder, abgespannter oder gealterter Ausdruck entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten für den individuellen Befund sinnvoll sein können.
Häufige Fragen zu Augenringen, Tränenrinne und Tränensäcken
Was ist der Unterschied zwischen Augenringen und einer Tränenrinne?
Augenringe beschreiben zunächst einen dunklen Eindruck unterhalb der Augen. Eine Tränenrinne ist dagegen eine anatomische Vertiefung zwischen Unterlid und Wange. Diese Vertiefung kann Schatten erzeugen und dadurch selbst wie ein dunkler Augenring wirken.
Kann man Augenringe mit Hyaluron behandeln?
Das hängt von der Ursache ab. Liegt der dunkle Eindruck hauptsächlich an einer ausgeprägten Tränenrinne beziehungsweise einem geeigneten Volumendefizit, kann Hyaluron infrage kommen. Bei Pigmentierungen, sehr dünner Haut oder bestimmten Schwellungen können andere Verfahren geeigneter sein.
Was hilft gegen dünne Haut unter den Augen?
Je nach Befund können regenerative Verfahren wie Polynukleotide oder PRP sowie apparative Verfahren zur Verbesserung der Hautstruktur infrage kommen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Hautqualität und Anatomie ab.
Können Tränensäcke ohne Operation behandelt werden?
Bei bestimmten Ausgangsbefunden können minimal-invasive oder apparative Verfahren das Erscheinungsbild der Unterlider verbessern. Möglichkeiten zur Behandlung von Tränensäcken ohne OP hängen jedoch stark von der jeweiligen Ursache und Ausprägung ab.
Nicht jeder ausgeprägte Tränensack lässt sich sinnvoll ohne Operation behandeln. Eine individuelle Untersuchung ist deshalb entscheidend.
Sind Tränensäcke und Malar Bags dasselbe?
Nein. Malar Bags liegen typischerweise weiter unterhalb des klassischen Unterlidbereichs im Übergang zur Wange. Die genaue Unterscheidung ist wichtig, weil unterschiedliche anatomische Ursachen vorliegen können.
Welche Behandlung gegen Augenringe ist die beste?
Es gibt keine grundsätzlich beste Behandlung gegen Augenringe.
Entscheidend ist die Ursache. Eine Tränenrinne, dünne Haut, Pigmentierung oder Schwellung benötigen unterschiedliche Behandlungskonzepte. Deshalb sollte vor der Wahl einer Methode zunächst der individuelle Befund beurteilt werden.
Augenringe, Tränenrinne und Tränensäcke behandeln bei Eye Refine in Hamburg
Wer Augenringe in Hamburg behandeln lassen möchte, sollte deshalb nicht unbedingt mit der Frage beginnen:
„Welche Methode brauche ich?“
Die entscheidendere Frage lautet:
„Warum sieht meine Augenregion müde aus?“
Bei Eye Refine Medical Aesthetics in Hamburg wird die Augenregion individuell betrachtet. Dabei können unter anderem Hautqualität, Volumenverteilung, Tränenrinne, Tränensäcke und weitere anatomische Faktoren berücksichtigt werden.
Auf dieser Grundlage kann ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt werden.
Ziel ist ein frischerer, erholter wirkender Ausdruck, ohne die individuelle Mimik und den natürlichen Charakter des Gesichts unnötig zu verändern.
Über die Autorin
Dr. med. Eva Lachmann ist Fachärztin für Augenheilkunde und Mitgründerin von Eye Refine Medical Aesthetics.
Durch ihre augenärztliche Ausbildung verfügt sie über fundierte Kenntnisse der Anatomie und Funktion der Augenregion. Bei Eye Refine verbindet sie diese medizinische Expertise mit modernen minimal-invasiven und apparativen Behandlungsmöglichkeiten der ästhetischen Medizin.